Wir nennen es Arbeit

Wir nennen es ArbeitZum ersten Mal sind mir Holm Friebe und Sascha Lobo vor längerer Zeit über die Riesenmaschine untergekommen – damals allerdings, ohne dass ich die beiden wirklich als Personen wahrgenommen hätte. Dann, irgendwann letzten Herbst auf einer nächtlichen Autofahrt, bin ich bei einem ausführlichen Radiointerview mit den beiden hängengeblieben, das sie anlässlich des Erscheinens ihres Buchs Wir nennen es Arbeit gaben. Das hörte sich alles sehr spannend an, was sie da von digitaler Bohème, individuellem Lebensstil und Selbstverwirklichung erzählten. Und dann sollte man davon auch noch leben können…

Irgendwie hat es dann aber doch eine ganze Weile gedauert, bis ich endlich in Form eines Weihnachtsgeschenks von meinem Schwesterchen in den Besitz des Buchs kam. In der Zwischenzeit war das Thema digitale Bohème in den Blogs teilweise schon so ausgelatscht worden, dass ich dahinter mehr Hype als Substanz vermutete. Zu unrecht allerdings, wie ich jetzt sagen muss, nachdem ich mir das Werk mal zu Gemüte geführt habe.

Die Autoren beobachten sehr scharf, wie sich durch die neuen Möglichkeiten, die das Internet bietet, neue Formen der Arbeit bilden. An vielen Erfolgsbeispielen wird gezeigt, dass sich die Arbeit an Dingen, an denen man Spaß hat und die man dadurch letztendlich besser macht als andere, meistens auf lange Sicht auszahlen – häufig auch über Wege, an die man vorher gar nicht gedacht hat. Alle im Zusammhang von technischer Entwicklung und Veränderung der Arbeitswelt relevanten Stichwörter wie der berühmte Long Tail, Blogs, Networking usw. werden abgehandelt und geschichtlich eingeordnet. Für mich als Geoinformatiker war natürlich besonders das Kapitel Place does matter interessant (das wussten wir natürlich schon immer!)

Insgesamt ein absoluter Lesetipp, vor allem für Leute, die sich mit nine to five Bürojobs nicht so recht anfreunden wollen. Einzig die möglichen Probleme und die Veränderung der Lage, wenn Kinder im Spiel sind und man eben nicht mehr nur für sich allein verantwortlich ist, werden zwar kurz genannt, kommen aber insgesamt ein bisschen kurz. Das Buch wird in Blog-Form weitergeschrieben und ergänzt unter wirnennenesarbeit.de. Und wer die Geschichte mit der digitalen Bohènme jetzt total super findet, für den gibt es auch schon ein Logo.

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