Posts zum Thema ‘plattencover’

Musik, die gut aussieht (8)

Das neue Modeselektor-Album steht dank Vorbestellung im hauseigenen Onlineshop schon seit ein paar Tagen bei mir rum – und es ist gut. Natürlich. Gernot Bronsert und Sebastian Szary sind für mich schon seit einiger Zeit der große Lichtblick am Berliner Elektronikhimmel. Techno, Dubstep, Hip Hop – who cares? Die beiden machen einfach alles, und das gut.

Grund genug, endlich auch mal dem visuellen Erscheinungsbild etwas Respekt zu zollen. Das neue (dritte, bzw. vierte – wenn man das fantastische Moderat Album mitzählt) Album »Monkeytown« ziert natürlich wieder der traditionelle Affe, den die beiden schon seit Bpitch Control Zeiten als extrem einprägsames Markenzeichen vor sich hertragen. Fast schon Pop-Art, das Tier (hat es eigentlich einen Namen?)

Wesentlich bemerkenswerter, weil gestalterisch interessanter und irgendwie erwachsener (die beiden sind ja auch keine 18 mehr), finde ich allerdings die Gestaltung ihrer beiden Labels Monkeytown Records und 50 Weapons. Auf ersterem kommt ja nun auch das eigene, gleichnamige Album heraus, und hier wird auf eine gestalterische Labelidentität weitestgehend verzichtet zu Gunsten eines starken Wiedererkennungswertes der einzelnen Künstler. eLan mit futuristisch anmutenden Foto-Typo-Kollagen, Siriusmo mit comicartigen Grafiken aus der eigenen Feder (bzw. Sprühdose) – und natürlich wieder der Monkey, für alles, wo Modeselektor draufsteht.

50 Weapons ist da ganz anders, weil wesentlich einheitlicher und minimaler im Auftritt. Ging man Anfangs noch den aktuell sehr beliebten Weg mit kleinen Auflagen gestempelter Whitelabels, zieren die Cover mittlerweile gefärbte Portraits der Acts, wie zum Beispiel Phon.O, Dark Sky oder Cosmin TRG – hoher Wiedererkennungswert für Label und Künstler inklusive.

Für einen Großteil der Arbeiten ist übrigens die Pfadfinderei verantwortlich, mit denen die Modeselektoren schon seit Jahren in Sachen Grafik und Visuals für ihre Bühnenshows zusammenarbeiten. Bitte mehr davon, für die Ohren und für die Augen.

Musik, die gut aussieht (7)

Ich mag die flatterigen Packpapiercover und die Rootsoptik der 12″s von Lo Dubs. Allerdings ist tatsächlich nur das Erscheinungsbild oldschool, in der Verpackung findet man frischen Dubstep. Für den Digitaljockey liegt die CD übrigens immer gleich dabei, sehr lobenswertes Vertriebskonzept.

Musik, die gut aussieht (6)

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Fantastisches Cover von Remote Location für die letzte 12″ auf Hyperdub. Von der Rückseite habe ich leider nur diesen recht mäßigen Scan finden können – die 12″ ist nämlich noch unterwegs zu mir. Bei Remote Location ist man übrigens dann und wann auch u.a. für die Covergestaltung bei Planet μ und Warp zuständig, wie man im hauseigenen Flickr-Stream begutachten kann.

Die beiden Tracks von Darkstar, die sich in dieser wunderbaren Verpackung verstecken, sind übrigens auch vom feinsten.

Musik, die gut aussieht (5)

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Björk hat in den letzten Monaten eine Serie limitierter Boxen herausgebracht, die an Aufwand und Liebe zum Detail kaum zu überbieten sind. Jeweils zwei 12″ Vinyls, dazu alle Tracks noch mal auf einer CD plus eine DVD mit den entsprechenden Videos sind da so dick in diverse Lagen schön gestalteter Sleeves eingepackt – Matroschka-Fans hätten ihre helle Freude.

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Zwei dieser Boxen – Innocence und The Dull Flame of Desire, übrigens mit großartigem Modeselektor-Remix – haben es auch in mein Regal geschafft. Die fühlen sich so nach Wertanlage an, dass ich darüber nachdenke, die Reihe noch mit Wanderlust und Declare Independence komplett zu machen.

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Die harten Fakten:

Artist: Björk
Release: Innocence / The Dull Flame of Desire
Label: One Little Indian
Catalog#: 881 / 838
Format: 2x12″ + CD + DVD
Country: UK
Design: M/M (Paris)www.mmparis.com/

Musik, die gut aussieht (4)

bradock

Diese Pépé Bradock Platte von 1997 ist eingepackt in etwas, das sicherlich als eines meiner Alltimelieblingscover durchgeht. Kein Designmeisterwerk, dafür einer der wenigen gelungenen Versuche, den Spagat zwischen lustig und cool hinzubekommen. Dazu gehört Pépé Bradock zu den wenigen Künstlern, die mich seit den ersten Faderschubsereien kontinuierlich begleitet haben. Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – einer sehr überschaubaren Zahl von Releases. Irgendeine Platte von ihm ist fast immer in der Kiste – manchmal sogar Un Pépé En Or.

Das Foto stammt übrigens von einem gewissen Florent Schmidt – mehr Informationen zu seinem Schaffen konnte ich allerdings nicht finden. 1997 konnte man schließlich noch getrost seinen Namen irgendwo hin schreiben, ohne direkt die MySpace-URL mitzuliefern.

Die harten Fakten:

Artist: Pépé Bradock
Release: Un Pépé En Or Vol. 1
Label: Kif S.A.
Catalog#: 002
Format: 12″
Country: FR
Released: 1997

Musik, die gut aussieht (3)

Beim ersten mal ging es um eine einzelne 10″, beim zweiten mal um die gesammelten Plattencover einer Band – in Teil drei unserer kleinen Serie nehmen wir uns mal das Erscheinungsbild ein kompletten Labels vor.

Dial Records wurde 1999 in Hamburg von David Lieske (a.k.a. Carsten Jost), Paul Kominek (a.k.a Turner / Pawel) und Peter M. Kersten (a.k.a. Sten / Lawrence) aus der Taufe gehoben. Seitdem sind bei Dial 42 Maxis und 12 Longplayer erschienen, neben den Labelgründern stechen im Katalog natürlich vor allem Efdemin, Pigon und Pantha du Prince heraus.

Ob der deepe Grundcharakter der Techno/Housetracks, der das Label ausmacht, auf hanseatische Melancholie zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls spiegelt sich dieses Reduzierte, Unbestimmt und oft auch etwas Düstere auch in den Dial Plattencovern wieder. Fast immer in schwarzer Grundfarbe gehalten, fallen sie oft im Regal erst gar nicht auf. Wenn doch, weiß man aber meist direkt, was man da in der Hand hält. Das Coverartwork – oft in Form von Fotos – stammt meist vom jeweiligen Produzenten selbst, um das handwerkliche Drumherum kümmert sich ITF Grafik Design.

Ich habe den Dial-Katalog zwar längst nicht komplett, aber die eine oder andere Platte steht natürlich schon im Regal:

Efdemin – Efdemin (Dial LP 10)

Various – Dial 30

Sten – The Essence (Dial LP 12)

Pigon – Promises (Dial 39)

Lawrence – Pond (Dial 37)

Pigon – Little Albio Street (Dial 33)

Various – You Are My Mate (Dial 40)

Musik, die gut aussieht (2)

Es ist schwierig, bei Lemon Jelly irgendein herausragendes Plattencover auszusuchen. Seit der ersten Platte sticht jedes Release so sehr durch diesen LJ-eigenen Illustrationsstil heraus, dass Fred Deakin und Nick Franglen es sich sogar erlauben können, ihre Cover gar nicht zu beschriften. Dazu kommt extrem hochwertige Verarbeitung und aufwendige Gimmicks wie Dreifachklappcover oder (wie bei »’64–’95«) Alben, die in der fünffach 10″ Box in die Plattenläden kommen.

Ein kleine grafische Rundreise durch die Lemon Jelly Platten in meinem Schrank:

Dass die Lemon Jelly Platten gut aussehen, ist übrigens kein Wunder: Die Londoner Designschmiede Airside hat sich von Anfang an um das LJ-Erscheinungsbild und die Musikvideos gekümmert; was durchaus Sinn macht, Fred Deakin ist schließlich Miteigentümer von Airside und betreibt Lemon Jelly wohl eher als Nebenprojekt. Vielleicht hat Deakin bei Airside einfach zu viel zu tun hat – wie man hört, wird es nämlich leider in absehbarer Zeit nichts neues von Lemon Jelly geben.

Über Airside gibt es übrigens ein kurzes Portraitvideo bei Apple Pro – natürlich leicht werbeverseucht, trotzdem ganz interessant.

Lost Horizons wurde auch schon bei Sleevage gelistet, sehe ich gerade. Für mehr harte Fakten: zur kompletten Lemon Jelly Diskographie bei Discogs.

Musik, die gut aussieht (1)

Vinyl ist nicht nur toll, weil es diesen wohlig-warmen Sound transportiert und beim Auflegen sehr direkt zu handlen ist. Schallplatten geben auch eine für heutige Tonträgerverhältnisse riesige Coverfläche her. Musik, die gut aussieht wird sich daher in loser Folge mit dem schönen Thema Plattencover beschäftigen. Nicht ganz so ambitioniert wie bei Sleevage, dafür mit persönlicher Note – es wird sich ausschließlich um Plattencover drehen, die auch in meinem Regal stehen.

Den Anfang macht gleich mal eine (erst kürzlich erstandene) Ausnahme, in doppelter Hinsicht. Erstens ist eine 10″ – ein völlig unterschätzes Format, wenn man mich fragt. Und zweitens eine ist es eine Dubstep-Platte – ein Genre, dass ich zwar sehr schätze, das aber trotzdem in meinem Plattenschrank sehr rar ist. Es handelt sich um Pattie Blingh And The Akebulan 5 mit Brother im 2562 Remix (reinhören). Georgia Anne Muldrow veröffentlicht den Output dieses Nebenprojekts bei Ramp Recordings, die offensichtlich ein Herz für schöne Plattencover (und ausgefallene Websites) haben. Zum Mitschreiben noch die harten Fakten:

Artist: Pattie Blingh And The Akebulan 5
Release: Brother: The Point / To: Re (Remixes)
Label: Ramp Recordings
Catalog#: RAMP012
Format: Vinyl, 10″
Country: UK
Released: 25 Feb 2008