Netzneutralität & die EU

Das Thema Netzneutralität hatten wir ja hier schon ein, zwei mal. Falls jemand trotzdem noch nichts davon gehört hat, die WikiPedia erklärt es recht gut in zwei Sätzen:

Netzneutralität ist eine Bezeichnung für die neutrale Datenübermittlung im Internet. Sie bedeutet, dass Zugangsanbieter (access providers) Datenpakete an ihre Kunden unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben, übertragen.

An eben dieser Netzneutralität wollen verschiedene Interessengruppen kratzen: einige Provider möchten gerne von Webseitenbetreibern dafür kassieren, deren Datenpakete schneller zu transportieren als den übrigen Kram, der da so durch die Kabel flutscht; und die Medienindustrie sähe es natürlich gerne, wenn Sie zum Beispiel P2P-Protokolle mal einfach komplett blockieren lassen könnte. Das sind nur zwei Beispiele, es lassen sich noch jede Menge weitere finden.

Bislang fand die Diskussion über die Netzneutralität größtenteils in den USA statt. Nun versuchen aber die Lobbyisten der Medienkonzerne, im Sommerloch und dazu noch in einem Gesetzespakt, das mit dem Urheberrecht eigentlich nichts zu tun hat, ihre Interessen auch in der EU durchzudrücken – zu Lasten der Netzneutralität:

Bürgerrechtler schlagen Alarm: In einer konzertierten Aktion wollen internationale Medienkonzerne und ihnen nahestehende Abgeordnete noch im Laufe dieses Sommers dafür sorgen, dass das Internet in der EU gefiltert werden kann. Der Hebel dazu wird im Telekompaket angesetzt, mit dem der Kommunikationsmarkt in der EU neu geregelt werden soll.

Das ganze Interview mit Monica Horten bringt noch mehr Details über die hinterhältige Strategie der Medienkonzerne zu Tage. Und Tanith regt sich auch schon auf. Zurecht.

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