Kleiner Blog-Leitfaden

Überall wird über Blogs geschrieben, von Grassroots-Journalismus ist die Rede – aber was hat es mit diesen Dingern eigentlich auf sich? Ich will hier mal versuchen, Blogs so zu erklären, dass es jeder versteht, der sich ein bisschen mit dem Computer auskennt. Dementsprechend werde ich einige technische Details weglassen, die den Nerds sicherlich wichtig erscheinen, aber für den normalen Blogleser eigentlich unwichtig sind. Geplant ist auch, diesen Eintrag immer mal wieder zu posten und nach und nach zu überarbeiten und zu verbessern – dementsprechend würde ich mich über Feedback freuen!

Die grundsätzliche Idee

Im Prinzip ist ein Blog – kurz für Weblog – eine ganz normale Internetseite, die mehr oder weniger regelmäßig aktualisiert wird. Dabei erscheinen die neuesten Beiträge immer oben auf der Seite. Durch diesen simplen Aufbau sind Blogs in der Regel sehr übersichlich und eignen sich für alle möglichen Inhalte: für Webseitenempfehlungen, News zu bestimmten Themengebieten, Musik- oder Filmkritiken, Veranstaltungstipps, Konzertreviews, und so weiter. Entsprechend finden sich auch in der Blogosphäre (diesen Kunstbegriff hat sich irgend jemand für die Gesamtheit aller Blogs ausgedacht) Inhalte für jeden Geschmack und Interessenbereich.

Ein bisschen Technik

Nun mag man sich fragen, was denn nun das spezielle an Blogs gegenüber anderen Webseiten ist. Den wesentlichen Unterscheid macht die enge Vernetzung der Blogs untereinander aus sowie die Möglichkeit, einfach über neue Inhalte auf dem Laufenden zu bleiben. Um beides zu verstehen, kommt man nicht um ein paar technische Details herum.

Die enge Vernetzung wird durch einheitliche Schnittstellen ermöglicht, die es den Blogs erlaubt, untereinander Nachrichten auszutauschen. Veröffentlich jemand in seinem Blog einen neuen Beitrag, werden darüber beispielweise in der Regel eine Reihe von Suchdiensten benachrichtigt, die so auf dem allerneuesten Stand bleiben. Bekanntestes Beispiel für eine solche Suchmaschine ist wohl Technorati. Darüber hinaus erlauben Newsfeeds den umgekehrten Weg: Sie stellen eine standardisierte Möglichkeit zur Verfügung, die neuesten Inhalte abzurufen. Newsfeeds stehen teilweise in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung, was uns hier aber nicht weiter interessieren soll. Wer’s genauer wissen will, findet in der Wikipedia einen recht ausführlichen Artikel zu dem Thema.

Newsfeeds abonnieren

RSS Feed IconNewsfeeds erkennt man häufig durch das rechts zu sehende Logo, dass sich immer mehr zum Standard-Icon entwickelt. Findet man also einen Blog, für den man sich interessiert und den man weiterverfolgen möchte, sollte man erstmal nach diesem Icon Ausschau halten. Teilweise verbirgt sich der Newsfeed auch hinter einem Link, der mit RSS Feed, Newsfeed oder ähnlichem beschriftet ist. Um den Newsfeed nutzen zu können, benötigt man einen Newsreader, also ein Programm, dass diese Feeds lesen und auswerten kann. Nutzer des Mailprogramms Mozilla Thunderbird haben direkt einen Newsreader zur Hand: Einfach unter Extras > Konten > Konto hinzufügen den Punkt RSS Konto auswählen. Dieses Konto muss natürlich nur einmal angelegt werden, mit ihm lassen sich dann beliebig viele Newsfeeds verwalten. Anschließend links in Thunderbird’s Kontenübersicht das neue Konto anklicken und Abonnements verwalten wählen. Anschließend fügt man den eben kopierten Newsfeed-Link im Feld Feed URL ein, das erscheint, wenn man im Fenster RSS Abonnements auf Hinzufügen klickt – und fertig. Ab sofort checkt Thunderbird regelmäßig diesen Newsfeed und informiert den Benutzer, sobald neue Einträge in dem Blog erstellt wurden. wählen. Nun kopiert man auf der Webseite einfach den Link zum Newsfeed und fügt ihn im Feld

Wer nicht Thunderbird benutzt und keine Lust hat, sich extra einen Newreader (wie z.B. Feedreader oder GreatNews) zu installieren, kann auf einen Dienst wie Bloglines zurückgreifen: Hier legt man sich kostenlos ein Konto an und hat einen praktischen Online-Newsreader zur Verfügung. Die Benutzung ist der von eigenständigen Programmen sehr ähnlich, hat aber auf jeden Fall den Vorteil, dass man hier von jedem Rechner mit Internetzugang aus seine Newsfeeds verfolgen kann – also vor allem praktisch für Leute, die häufig an verschiedenen Rechnern arbeiten.

Kommentare

Neben der engen Vernetzung und dem komfortablen Verfolgen von Blogs über Newsfeeds findet sich in der Kommentarfunktion ein weiterer wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Webseiten. Viele Blogger erlauben ihren Lesern, die Beiträge zu kommentieren, so dass bei spannden Themen teilweise sehr ausführliche Online-Diskussionen zustande kommen. Viele Blogs listen in den Kommentaren auch andere Blogs auf, die sich auf einen Beitrag beziehen. Schreibe ich also einen Beitrag zum Thema XY und verlinke darin einen anderen Blog, der zu dem gleichen Thema geschrieben hat, bekommt dieser (über die oben angesprochenen Softwareschnittstelle) automatisch darüber Bescheid: es wird ein Trackback gesendet.

Blog-Software

Die teilweise recht komplexen Funktionen, die im Laufe dieses Beitrags erwähnt wurden, muss natürlich nicht jeder selbst programmieren. Frei verfügbare Software wie WordPress (die auch in diesem Blog zum Einsatz kommt) oder Movable Type stehen für alle zur Verfügung, die eine eigene Website haben. Wer die nicht hat und auch nicht haben will, aber trotzdem mal das Bloggen ausprobieren möchte, findet in Diensten wie Google’s Blogger oder WordPress.com kostenlose Möglichkeiten, schnell und unkompliziert direkt loszubloggen.

Keine Kommentare.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.