Google Analytics und die Privatsphäre

Für Webmaster ist Google Analytics ein sehr nützliches Tool. Ich persönlich kenne kein anderes Werkzeug (geschweige denn ein kostenloses), mit dem sich der Traffic auf der eigenen Website dermaßen detailliert verfolgen lässt.

Dass man damit als Webmaster Google im Gegenzug einige Details über seine Website verrät, scheint ein fairer Deal. Allerdings beleuchtet die aktuelle c’t den Service von einer anderen Seite, nämlich aus der Sicht der Besucher einer Website. Datenschutzrechtlich gesehen sammelt ein Webmaster, der Google Analytics benutzt, nämlich personenbezogene Daten. Die sind zwar nur an IP-Adressen gebunden und damit nur mittlerbar personenbezogen, im rechtlichen Sinne ist das jedoch ausreichend und somit nur in bestimmten Fällen und vor allem mit Zustimmung der Nutzer erlaubt.

Dementsprechend weist Google auch in den Nutzungsbestimmungen darauf hin, dass ein entsprechender Hinweis auf Websites einzubinden ist, die Analytics nutzen. Das macht sicherlich kaum jemand, und darüber hinaus scheint mir das auch ewas sinnlos – sobald jemand die Seite sieht, werden ja schon Daten über ihn gesammelt, und es quasi zu spät.

Noch schwerwiegender dürfte das Problem wiegen, dass der Webmaster diese Daten auch noch an Dritte weitergibt (eben an Google – sonst würde der ganze Dienst ja nicht funktionieren). Wie lange die Daten dort gespeichert werden, darüber hat der Webmaster natürlich keine Kontrolle mehr.

Ich vermute, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die ersten Abmahnungen gegen Webmaster auftauchen, die Analytics benutzen. Dementsprechend kann hier eigentlich nur die Devise sein, den Dienst nicht mehr zu benutzen, um sich Ärger vom Hals zu halten.

[Update vom 8. Oktober 2006] Da ich gut ein halbes Jahr später nichts von Abmahnungen gehört habe, werde ich jetzt auch wieder Google Analytics für diese Seite benutzen. Ist einfach unglaublich praktisch.

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