Depeche Mode

Ich glaube, ich habe noch nie so viel Geld für ein Konzert einer Band ausgegeben, bei der ich nicht mal richtig Fan bin. Ich bin mir eigentlich insgesamt nicht sicher, ob ich schon mal so viel für eine Konzertkarte bezahlt hab, aber egal. 70 Kanadische Dollar (knapp 50€) für Depeche Mode kamen mir recht günstig vor, außerdem kam man hier ziemlich stressfrei an Karten. Also hab ich das einfach mal gemacht.

Angekommen im Air Canada Centre, in dem ich vor zwei Jahren schon mal ein Basketballspiel gesehen hatte, bin ich mit dem Aufzug (!) in den 3. Stock gefahren. In der “Arena” angekommen, war ich erstmal etwas enttäuscht: Das komplette Konzert war bestuhlt! Ich wusste ja, dass auf den Rängen, wo auch ich meinen Platz hatte, die Sitze logischerweise fest montiert sind. Aber die hatten doch tatsächlich auch den Innenraum mit Stühlen ausgestattet. In dem Moment hatte ich etwas die Befürchtung, dass das eine ziemlich lahme Angelegenheit würde. Dieser Eindruck wurde noch durch die Vorband She Wants Revenge bestärkt. Falls da draußen ein Fan von der Combo sein sollte, möge er mir verzeihen: Ich fand das todlangweilig. Auf der Europatour waren ja teilweise Goldfrapp oder The Killers als Support dabei, die hätte ich auch gerne genommen.

Als dann nach halbstündigem Bühnenumbau Depeche Mode die Bühne betraten, war ich dann aber doch ziemlich schnell erleichtert, dass es keine lahme Veranstaltung war. Der komplette Innenraum versammelte sich vor der Bühne, und auch die meisten Leute auf den Rängen gingen gut mit. Das Bühnenbild, vor allem mit dieser dicken Plastikkugel und den versetzten Videoleinwänden, hat mir ziemich gut gefallen. Und rocken können sie die Leute ja, wobei Dave Gahan jähnliche Methoden benutzt wie Robbie Williams, um die weiblichen Fans zum Ausrasten zu bringen (Jackett und Weste ohne was drunter, die dann natürlich im Laufe der Show abgelegt wurden…) Musikalisch muss ich sagen, dass man ja einfach das allermeiste kennt, aber hier und da habe ich bei Depeche Mode anscheinend noch Lücken, vor allem bei den frühen Werken.

Depeche Mode LiveInsgesamt hat sich das ziemlich gelohnt. Von meinen Fotos ist leider das hier rechts das einzige geworden, auf dem man halbwegs was erkennen kann. Aber dafür gibt’s ja Flickr, und da findet man schon ein paar ziemlich gelungene Bilder von dem Konzert, zum Beispiel hier, hier, hier, hier, hier, hier und da. Und dort werden bestimmt in den nächsten Tagen noch ein paar mehr dazu kommen.

3 Kommentare

  1. pat

    50€ finde ich allerdings krass. Ich frage mich ob das in irgendeiner Hinsicht die Ausfälle bei den CD-Käufen kompensieren soll. Falls ja, wieviel geht dann von den 50€ tatsächlich an die Band? Naja, als Ausgleich kann man sich dann alle Platten von Depeche Mode saugen…

    ‘Der komplette Innenraum versammelte sich vor der Bühne..’
    Wie soll ich das verstehen? Wurden die Stühle einfach beiseite gefegt?

  2. Theodor

    Ja also zu dem Preis. Ich schaue mir anfang Juli UB40 an. und das kostet 40 Euro… also ich finde nun 50 Euro nicht sooo schlimm… aber fuer depeche mode sollte man halt was uebrig haben…. und das habe ich halt nicht…

  3. Carsten

    Die Konzertpreise sind echt stark gestiegen in den letzten 2-3 Jahren, und damit werden auf jeden Fall die Ausfälle bei den CD-Verkäufen kompensiert. Wieviel von so’nem Eintritt bei der Band ankommt, ist eine gute Frage. Ich finde 50€ auch schon nicht wenig, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die billigsten Karten in Deutschland bestimmt 70-80€ gekostet haben.

    Wegen den Leuten im Innenraum: Da war noch gut Platz zwischen der Bühne und der ersten Stuhlreihe.

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