Coldcut, One Self & Blockhead

Das Opera House ist ein echt schöner Laden für Konzerte, mit schicker Empore und genau der richtigen Größe. Ich schätze mal, dass es Platz für ungefähr 500 Leute gibt. Leider muss man die Queen Street relativ weit Richtung Osten rausfahren. Aber für diesen Ninja Tune Rundumschlag nimmt man das ja gerne in Kauf. Und 20$ für die Tickets waren auch ein ausgesprochen fairer Kurs.

Angekommen im Opera House war ich erstmal ziemlich beeindruckt von dem Haufen Equipment, das sich da auf der Bühne türmte. 7 oder 8 Laptops, diverse Plattenspieler, Mixer, Sampler, Videokameras und ähnliche Gerätschaften, zusammengehalten von mehreren Kilometern Kabeln. An einem Teil dieses Setups machte sich dann zunächst Blockhead gemeinsam mit einem DJ zu schaffen, dessen Namen ich vergessen habe. Von der Show her ziemlich unspektakulär – Blockhead am Notebook, unterstützt von ein paar Scratches hier und da. Musikalisch war das ganze aber durchaus interessant, ein Querschnitt aus Blockhead Tracks, teilweise in leicht umgebauten, meist mehr rockenden Versionen, und verschiedenen Mash-Ups. With Or Without You von U2 und Wicked Game von Chris Isaak in ein HipHop Set einzubauen, fand ich schon recht mutig – kam aber sehr gut an.

Als anschließend One Self die Bühne übernahmen, hatte sich der Laden schon bis auf den letzten Platz gefüllt. Die MCs Yarah Bravo und Blu Rum 13 präsentierten Tracks vom One Self Erstling Children of Possibility, immer wieder mit eindrucksvollen Einlagen von DJ Vadim. Für mich das erste Highlight des Abends – vergiss Candy Shop und den ganzen Mist, so muss HipHop sein!

Coldcut

Dieses Foto ist leider das einzige von dem ganzen Abend, das ganz gut geworden ist. Halbwegs zu erkennen: Coldcut, die gegen Mitternacht auf die Bühne kamen. Zusammen mit einem MC und zwei VJs haben sie bei mir fast einen audiovisuellen Overkill erzeugt. Quer durch alle Spielarten, von Drum’n’Bass über House zu HipHop wurde Material vom aktuellen Album Sound Mirrors präsentiert, zusammen mit Klassikern und live eingespielten Audio-Video-Mash-Ups. Visuell besonders eindrucksvoll war das Scratchen von Filmsequenzen, das der eine DJ / VJ veranstaltet hat. Die Scratches tauchten nicht nur hörbar in den Songs auf, sondern die entsprechenden Bilder auf der Leinwand wurden quasi “mitgescratcht”. Nette Idee auch: Ein Zoom mit Google Earth auf die Konzert Location, die dann übergeblendet wurde in Live Bilder vom Publikum.

Insgesamt echt eine eindrucksvolle Show mit vielen guten Ideen, wie man moderne Technik für eine spannende Bühnenshow einsetzen kann – und mit nettem Publikum. Hat Spaß gemacht.

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