CNSI Allosphere

Diese Show habe ich mir heute morgen live und in 3D angesehen in der CNSI Allosphere (mehr Videos / Fotos gibt’s da auch, unter Media). Bei dem Ding, das sie hier als immersive Instrument beschreiben, handelt es sich um zwei Halbkugeln mit 10 Meter Durchmesser. Man steht in der Mitte auf einer Brücke – dem sweet Spot – und kann per 3D-Shutterbrille ($800 das Stück…) durch fremde Gehirne fliegen oder sich chemische Reaktionen und die dabei entstehenden elektrischen Entladungen anschauen (siehe oben). Google Earth, leider noch ohne echtes 3D, macht auf so einem Riesenscreen natürlich auch Spaß.

Die Allosphere ist mal wirklich beeindruckend, da hat man wirklich das Gefühl, dass das Holodeck in absehbarer Zukunft Realität werden kann. Allein der Betrieb dieses Teils – weltweit das größte seiner Art – verschlingt jährlich 1,2 Millionen Dollar. Dabei ist die Technik immer noch im Aufbau, bislang füllen die zwei unter der Brücke angebrachten Projektoren ungefähr die Häfte der einen Halbkugel aus. Um mit der Projektion die beiden Halbkugeln komplett in Eye Resolution (was sagt man da auf deutsch? Augenauflösung?) auszufüllen, werden am Ende 14 (!) Projektoren nötig sein.

Auch Soundtechnisch hat man sich nicht lumpen lassen: in der vollen Ausbaustufe werden 512 einzeln ansteuerbare Lautsprecher zur Verfügung stehen. Der Raum um die Sphären herum wurde akustisch neutral designed, so dass sich dort so ziemlich jede erdenkliche Raumklangcharakteristik nachbilden lassen wird. Momentan wird das Soundsystem dort vor allem für die Vertonung von wissenschaftlichen Messdaten genutzt: alles, was irgendwie schwingt, wird soweit hoch- oder runtergepitcht, bis es für das menschliche Ohr hörbar wird. Ziemlich abgefahren.

Die Media Art Studenten bauen dann zum Beispiel so Dinge wie virtuelle Violinen, mit denen man ausprobieren kann, wie es sich anhören würde, wenn man beim Zupfen die Saite einen halben Meter rauszieht und dann loslässt. Es wird auch an einer Anwendung gebastelt, mit der es möglich sein wird, Bilder aus dem Computertomographen im Gebäude nebenan direkt in die Allosphere zu übertragen. Damit wäre es dann möglich, in Echtzeit zum Beispiel im Gehirn anderer Leute “herumzulaufen” oder sich Verletzungen von Innen anzusehen. Der Phantasie sind also kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, was man mit dem Ding alles machen kann. Und das Team aus Künstlern, Informatikern, Mathematikern, Psychologen, Geographen und Experten aus anderen Richtungen wird sicherlich in den nächsten Jahren noch wesentlich mehr beeindruckende Anwendungen basteln.

Versteht sich von selbst, dass die Studenten da Nachts auch gerne mal die Konsole anstöpseln und eine Runde zocken. Würd ich auch machen.

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