Posts zum Thema ‘Unterwegs’

BLN

stadtmitte
CC-Stadtmitte von jsprhrmsn (!?)

Ich werde die nächsten Tage Hauptstadttourismus betreiben, daher wird sich an der lähmenden Postfäule hier auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Raus

langeoog

Dann wollen wir uns mal ein bisschen Seeluft geben zum Jahreswechsel. Bis nächstes Jahr.

Róisín

Gestern noch in Oldenburg ein paar gute Freunde in den Stand der Ehe befördert, heute Abend in Köln zu Róisín Murphy. Vielleicht gibt es ja neben ihren eigenen Sachen und vielleicht dem einen oder anderen Moloko-Klassiker auch ein paar Coverversionen von dem Kaliber da oben.

Ich glaub, das wird Disco.

[Update] War doch nichts mit Disco.

Raus


CC-Tram von Jerez del Toro

Bin dann mal weg – war nämlich schon ganz schön lange nicht mehr in Berlin. Vier Tage Freunde treffen, gut essen & trinken, Platten shoppen und mal schauen, was sich abends so tut. Vielleicht twitter ich zwischendurch mal was – falls nicht, gibt’s hier ein Video gegen die Langeweile.

[via]

Wir haben doch keine Zeit

Während ich mir die ganze Woche ziemlich spannende bis irgendwie absurde Vorträge von Psychologen, Kognitionswissenschaftlern und Informatikern anhöre und mir im Zweistundentakt warme Mahlzeiten angeboten werden, bleibt kaum Zeit für’s virtuelle Heim. Für mehr als Emails checken und Blogposts zum später lesen markieren reicht die Zeit einfach nicht. Da aber natürlich an anderer Stelle viel und teilweise interessantes in dieses Internet geschrieben werden, verweise ich heute nur mal schnell auf ein Blog, das sich bei mir in den letzten Wochen zu einer Lieblingsanlaufstelle entwickelt hat:

Blogsurdum sieht gut aus, liest sich hervorragend, vertritt eine klare Meinung, ist ökologisch unbedenklich und wird von Michael Glöbel, den einige vielleicht von den MOApps kennen, betrieben. Reinschauen.

Aufbruchstimmung

Morgen früh geht’s los. Ab Donnerstag also wieder das Hafenbecken statt Isla Vista Beach vor der Tür, Brötchen statt Bagel und die nette Omi von nebenan statt Collegekids mit extrem fragwürdigem Musikgeschmack.

I guess there ain’t no place like home.

Feist live @ Hollywood Bowl


CC-Feist von Quique López

Am Sonntag haben wir uns noch mal auf den Weg Richtung Süden, genauer gesagt nach Los Angeles, gemacht. Feist stand auf dem Programm in der als tolle Konzertlocation hoch gelobten Hollywood Bowl. Das Konzert lief im Rahmen der vom Namen her etwas dubiosen KCRW World Festival Reihe – bei »World Music« schüttelt es mich ja immer ein wenig, aber nerviges Ethno-Geseier blieb uns an dem Abend zum Glück weitgehend erspart. Nur die erste Vorband Pacifika passt vielleicht noch in diese Schublade, meine Tasse Tee war es jedenfalls nicht. Interessanter wurde es da schon bei Sharon Jones & The Dap Kings. Die mittlerweile 52jährige Soulqueen hat wirklich den Funk mit Löffeln gefressen, das kann man nicht anders sagen. Das war schon eher nach meinem Geschmack.

Und dann Feist. Ich hatte mir das Konzert ziemlich anders vorgestellt, muss ich sagen. Ich war positiv überrascht, wie gut gelaunt, lustig und unterhaltsam die Kanadierin auftritt – das erwartet man bei ihren größtenteils doch ruhigeren Stücken eigentlich nicht unbedingt. Auch die Party kam nicht zu kurz, bei Stücken wie My Moon My Man, 1,2,3,4 und vor allem See Line Woman drosch die junge Dame ganz beachtlich auf ihre Gitarre ein, was vom Publikum entsprechend abgefeiert wurde. Insgesamt ein toller Abend, zu dem die wirklich tolle Location eine Menge beigetragen hat. In der Bowl ist es nämlich ausdrücklich erwünscht, eigenes Essen und Getränke mitzubringen, so dass sich schon Stunden vor dem Konzert auf dem gesamten Gelände Picknickatmosphäre breit gemacht hat.

Die Sesamstraßenversion von 1,2,3,4 haben wir übrigens nicht zu hören bekommen:

Apropos Sesamstraße: da wird neuerdings auch gerappt.

Goleta is Burning


Waldbrand bei Tag…

Vorgestern fing es an, wir entdeckten gegen Abend Rauch in den Bergen nördlich von Goleta. Als es dunkel wurde, konnte man schließlich auch die Flammen sehen. Ein kleiner Waldbrand, aber immerhin. Gestern im Laufe des Tages wurde die Rauchsäule immer größer, Nachmittags kam die erste Asche bis zum Campus und nach Isla Vista herüber geweht. Seitdem liegt eine feine, graue Schicht auf Straßen, Autos, Fahrrädern, Balkonen – eigentlich allem, was sich draußen befindet.

Gestern Abend dann plötzlich Stromausfall. Der Kohlestaub in der herumfliegenden Asche hatte in den Bergen einen Kurzschluss in einer Überlandleitung ausgelöst. Einkaufen mit Taschenlampe im stockdunklen Supermarkt hat auch was für sich. Immerhin hatte man bei KCSB noch Strom, der Campusradiosender ist ans Notstromsystem der Uni angeschlossen. So konnte man wenigstens halbwegs auf dem Laufenden bleiben und erfahren, dass sich das Wildfire entlang der Berge ausbreitet, aber anscheinend nicht hinunter ins Goleta Valley. Und dass geschätzte 100.000 Leute ohne Strom sind. Irgendwie eine gespenstische Situation. Isla Vista stockdunkel, nur am Horizont etwas Licht durch den mittlerweile ziemlich bedrohlich wirkenden Waldbrand. Dazu ein ziemlich obskurer Soundtrack auf KCSB, wo man zwischen Feuer- und Stromupdates das normale Programm durchzog. Auf dem Stand gestern Abend anscheinend Krautrock.


…und bei Nacht. (Bilder © Sandra Hanneken)

In Isla Vista kümmerte das ganze die Bewohner relativ wenig, ist man hier direkt an der Küste doch einige Kilometer vom Feuer entfernt. Der Stromausfall wurde (wie eigentlich alles) als Anlass zu ausgelassenem Alkoholkonsum genommen, hier und da wurde schon mal das Independence Day Feuerwerk im voraus abgebrannt (ob das bei der Waldbrandsituation hier gerade so eine super Idee ist, sei mal dahin gestellt). Als dann gegen Mitternacht der Strom wieder da war, gab das der Partystimmung natürlich noch mal ordentlich Anschub.

Heute morgen bin ich dann mit einer ziemlich trockenen Kehle aufgewacht, wahrscheinlich macht sich der Rauch hier doch irgendwie bemerkbar, auch wenn man ihn nicht riechen kann. Mittlerweile sind die Berge komplett mit Rauch verhangen, ab und zu kann man ein Löschflugzeug oder einen Hubschrauber erkennen. Wollen wir mal hoffen, dass sich die Situation heute etwas entspannt.

Erykah Badu & The Roots @ Greek Theatre, LA


CC-Badu von Dan…

Jetzt nun also endlich der versprochene Konzertbericht.

Gutes Timing von uns, ausgerechnet dann in LA zu sein, wenn Erykah Badu sich die Ehre gibt. Und wenn The Roots sich auch noch zum Warm Up hergeben, kann dabei ja eigentlich nichts schlechtes rauskommen. Die Erwartungen waren also hoch, und als die Combo um ?uestlove die Bühne enterte, konnte man schon etwas ahnen, dass das ein guter Abend werden sollte. Leider war das Greek Theatre (großartige Open Air Location übrigens) zu diesem Zeitpunkt gerade mal halb gefüllt – dementsprechend konnte man später am Pissoir doch den ein oder anderen fluchen hören, dass er die Jungs verpasst hat (wozu wohl Anfangszeiten auf Konzerttickets stehen?). The Roots ließen jedenfalls von der noch halb leeren Manege nicht die Laune verderben und spielten sich bestens gelaunt eine gute Stunde lang durch Klassiker aus eigener und fremder Feder – von Shimmy Shimmy Ya bis Move On Up war so ziemlich alles dabei.

Erykah Badu ließ sich dann durchaus eine Weile Zeit, bis sie auf die Bühne kam. Aber dann – was für ein Auftritt! Man sah eigentlich nur Haare und diesen unglaublichen karierten Hosenanzug. Band und Backgroundsängerinnen gaben dazu das Intro des aktuelles Albums zum besten, das Live übrigens noch mal eine ordentliche Portion mehr Schub hat. Nach dem Intro gab’s das bekannte Sisters, how ya’ll feel? Brothers, ya’ll right? – schon jetzt war die Stimmung fantastisch und Miss Badu bestens gelaunt. Der Rest des Abends brachte jede Menge fantastische Musik, viel vom neuen Album und einige Klassiker, immer mit einer guten Portion schrägem Humor versehen. Eine sehr eindrucksvolle und unterhaltsame Show der 37jährigen vor einem Publikum, das bunter und gemischter wohl kaum sein könnte. Die $70 pro Ticket taten erst ein bisschen weh, waren aber im Endeffekt verdammt gut angelegtes Geld. Ich freu mich schon auf die anderen beiden Alben, die sie für dieses Jahr angekündigt hat.

Jesus loves Isla Vista

Endlich wieder eine feste Homebase und vorerst mal kein Leben aus dem Koffer mehr. Seit Montag Abend residieren wir in den Beach View Apartments – was übrigens gelogen ist, sehen kann man den Strand von hier nämlich nicht, auch wenn er nur zwei Minuten entfernt ist. Isla Vista, unsere neue Nachbarschaft, gleicht im Moment einem Schlachtfeld – das Sommersemester ist vorbei und traditionell stellt man als Student, der sein Apartment aufgibt, einfach die alten Möbel auf die Straße. Die münsteraner Sperrmüllmafia hätte ihre helle Freude.

Unser Trip entlang der kalifornischen Küste war ziemlich erlebnisreich und etwas anstrengend – aber das war es absolut wert! Die Gegend hier wird nicht umsonst zu den schönsten Küstenstreifen der Welt gezählt. Ein kleiner Reisebericht:

San Francisco
Mein Favorit auf der ganzen Tour. Tolle Stadt und recht europäisch. Bei der Google I/O gewesen (wir berichteten), Jamie Lidell live gesehen (wir berichteten auch) und dank Dollarkurs plus Sales an jeder Straßenecke ziemlich maßlos geshoppt. Bin gespannt, wie wir den ganzen Krempel wieder nach Hause bekommen. Das SFMOMA ist auch definitiv einen Besuch wert. Einziger Minuspunkt: noch nie so viel Obdachlose gesehen. Teilweise wirklich erschreckend, wie auf der einen Straßenseite die teuersten Modelabels über die Ladentheke gehen, während direkt gegenüber um Wechselgeld für’s Abendessen gebettelt wird.

Berkeley
Von SF aus einmal über die Bay Bridge und man ist in einer halben Stunden in Berkeley. Eigentlich nur für die Uni bekannt, lohnt sich ein Abstecher aber allemal. Telegraph Ave (hier für Vinyljunkies natürlich besonders die Amoeba-Homebase) und der Campus lohnen sich definitiv. Die Finger lassen sollte man dagegen vom Piedmont House Hostel – es sei denn, man steht auf funny smell und völlig bekiffte Althippies, die die Reservierung verschlampt haben. Und man sollte versuchen, keinen Unfall mit dem Mietwagen zu bauen (nein, war nicht meine Schuld und es war auch nur der Kühlergrill etwas demoliert, trotzdem Rennerei ohne Ende).

Santa Cruz
Wenn man Santa Cruz hört, denkt man unweigerlich an Surfen und Skaten – nicht zu unrecht, kommen doch mit O’Neill und Santa Cruz Skateboards zwei der größten Labels in den beiden Bereichen aus dem sonst eher verschlafenen Städtchen. Die Haupttouriattraktion ist der Boardwalk, eine Art ganzjährige Kirmes – nur direkt am Strand und selbstverständliche ohne Bierbuden, wir sind schließlich in den USA. In Santa Cruz ist das Hostel ganz empfehlenswert, die Zimmer sind hier in kleinen Cottages untergebracht.

Monterey
In Monterey war Campen angesagt – durchaus interessant, fast allein auf einem Riesencampground mit Lagerfeuer und Wildkatzensichtung (zum Glück kein Puma, die es in der Gegend durchaus gibt, sonder nur ein Luchs). Monterey selbst ist ganz hübsch, ich würde es aber nicht als absolutes Muss empfehlen. Sehr schön ist allerdings, dass man in der Bucht von Monterey das ganze Jahr über Wale sehen kann. Unsere Walewatchingtour hat sich in der Hinsicht auf jeden Fall gelohnt, es gab eine ganze Reihe der Riesen zu sehen. Schon beeindruckend – wenn man nicht die halbe Tour über der Reeling hängt und den Jörg ruft…

Die Fahrt von Monterey aus auf dem Highway 1 an der Küste von Big Sur entlang ist übrigens eins der Highlights. Die Eindrücke da kann man gar nicht richtig in Worte fassen – einfach mal ein paar Fotos von der Gegend anschauen, dann kann man sich das vielleicht halbwegs vorstellen.

Los Angeles
Hier sollte ich eigentlich eher Hollywood und Beverly Hills sagen, viel mehr haben wir nämlich von L.A. nicht gesehen. Und da sieht man halt hauptsächlich Dinge, die man schon hundert mal im Fernsehen gesehen hat, von daher gab’s hier keine Überraschungen. Interessant ist es aber natürlich trotzdem, das mal in Natura zu sehen. Die grüne Seite von L.A. gibt’s am nördlichen Rand von Hollywood im Griffith Park zu sehen – stolze fünf mal so groß wie der New Yorker Central Park und mit allen möglichen Freizeiteinrichtungen gespickt. Unter anderem findet man dort auch das Greek Theatre, in dem wir eins der unglaublichsten Konzerte gesehen haben (das ist mir einen eigenen Post wert, deshalb verrate ich hier mal noch nicht mehr). Sehr eindrucksvoll ist auch das Getty Center in den Santa Monica Mountains, das man sich allein schon wegen der Architektur und den Blick auf die Stadt ansehen sollte. Bei der Fahrt Richtung San Diego durch die anderen Stadtteile bestätigte sich dann auch das Bild, das man im Allgemeinen vom übrigen Los Angeles hat: ein Riesenmoloch, in dem ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen könnte, zu leben.

San Diego
Letzte und südlichste Station auf dem Trip. San Diego ist nach L.A. die zweitgrößte Stadt Kaliforniens und ist ziemlich unterbewertet, würde ich sagen. Viel entspannter als L.A., trotzdem gibt es eine Menge zu sehen (Balboa Park zum Beispiel), und man fährt mit der Straßenbahn innerhalb von einer Viertelstunde an die mexikanische Grenze. Tijuana musste dann natürlich auch sein – sollte man sich mal ansehen, wenn man sowieso in San Diego ist. Man sollte nur nicht erwarten, dort das echte Mexiko zu sehen. Und man sollte sich darauf einstellen, dass es deutlich länger dauert, wieder in die USA rein-, als rauszukommen – die US-Grenzbeamten sind da nämlich etwas wählerischer als ihre mexikanischen Kollegen, von denen kaum was zu sehen war. Man geht einfach durch’s Drehkreuz, und schon ist man in Mexiko.

Von San Diego aus ging es dann wieder zurück nach Santa Barbara. Gut 1000 Meilen haben wir in den drei Wochen zurückgelegt, in nächster Zeit lassen wir es wohl erstmal wieder etwas entspannter angehen.