Posts zum Thema ‘NYC’

Alien →

Sehr akkurate und unterhaltsame Beobachtungen von Peter Richter über die Willkommenskultur in Brooklyn – Volkswagen – the Germans:

Jeder Blick in die U-Bahn zur Stoßzeit erzählt einem dieselbe Geschichte: orthodox jüdische Strenggläubigkeitsmaximalistin mit Glatze unter der Perücke direkt neben Koranschüler im Kaftan und der direkt neben der tätowierten Burlesktänzerin, die mal ein Mann war, und die wiederum neben dem Gangstarapper-Darsteller, der mit der einen Hand im Schritt rumkniepert und mit der anderen Verwünschungen gegen „Crackers“ in sein Smartphone tippt.

stummfilm:dj goes NYC →

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Als wir vor 20 Jahren im Kinderzimmer das erste Mal die Plattenspieler ans Mischpult angeschlossen haben hat sicher keiner von uns damit gerechnet, dass wir irgendwann mal in New York spielen werden und sogar in der New York Times erwähnt werden:

The silent films will not be silent. They will unspool to a live soundtrack sampled by DJ Rokin, a member of stummfilm:dj, a Düsseldorf collective that brings new music to old films, in this case electronica, instrumental hip-hop, dub and downtempo.

At 8 p.m., the party begins. DJ Rokin will be joined by DJ Flashfonic of Stummfilm. From 9 to 10, Nick Hallett, a New York-based composer and vocalist who works in different media, will sample dance music from the late 1970s to the present, spanning New York No Wave, Neue Deutsche Welle (German New Wave) and Electroclash.

Das ganze findet morgen Abend (28.3.2015) im Rahmen des Tages der Offenen Tür in den neuen Räumlichkeiten des Goethe-Instituts New York statt.

Ferguson-Proteste in New York

Green-Wood Cemetery

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Direkt bei uns um die Ecke, und trotzdem musste es über ein Jahr dauern, bis wir es zum ersten mal hin schaffen: Der Green-Wood Cemetery. Zugegebenermaßen nicht gerade der erste Punkt auf der Liste der Sehenswürdigkeiten von New York City, aber definitiv einen Besuch wert – vor allem wenn einem nach ein paar Tagen in der Stadt mal nach etwas Ruhe ist.

Wem es etwas komisch vorkommt, sich in seiner Freizeit auf einem Friedhof rumzutreiben, den kann ich beruhigen: Das in der südlichen Hälfte von Brooklyn gelegene Natural Historic Landmark ist eigentlich vor allem ein sehr schön angelegter Park, der außerdem an der nördlichen Ecke einen fantastischen Ausblick über die Bay und nach Manhattan bietet. Und groß ist er: knapp 2 Quadratkilometer oder 600,000 Gräber, in denen auch einige Angehörige der New Yorker Prominenz ruhen.

Definitiv ein Highlight von Brooklyn abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten.

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Mister Sunday

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In den Sommermonaten zieht es natürlich auch den New Yorker an sich nach draußen, außer es ist gerade so unerträglich heiß, dass man lieber in klimatisierten Räumen bleibt. Unter anderem bewegt es auch die Musikszene an die frische Luft. Eine sehr angenehme Veranstaltung, um draußen mit den Füßen zu wippen oder ein paar Kaltgetränke einzunehmen ist Mr. Sunday. Die Sommerveranstaltung von Eamon Harkin and Justin Carter bringt ihre Mr. Saturday Night Reihe jeden Sonntag nachmittag nach draußen. Zwischen den Fabrikbauten in Brooklyns Industry City gibt es in extrem entspannter Atmosphäre recht klassischen, aber prima aufgelegten House und Discosound. Die neuesten Musiktrends aus Hipsterburg Williamsburg wird man da nicht hören, dafür ist wirklich jeder willkommen und ein paar Regeln für den Dancefloor (keine Fotos, nicht telefonieren) sorgen für stressfreies Feiern.

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Wie man sieht, könnte die Location wahrscheinlich nicht mehr Brooklyn sein und ist wirklich ziemlich spektakulär. Wer in den nächsten Wochen noch nach New York kommt, kann sich das ganze diesen Sommer noch ansehen – bis Ende September soll es auf jeden Fall noch weitergehen, je nach Wetter vielleicht auch noch ein, zwei Wochen länger. Ansonsten retten einen Mitschnitte wie dieser sicher über den Winter:

Es geht weiter

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Es passiert wieder etwas an dieser Stelle. Geplant war das schon lange, den letzten Anstoß hat mir dann aber Felix Schwenzel gegeben. Ein sanftes Facelifting habe ich der Seite in den letzten Tagen verpasst. Ab jetzt werden wieder regelmäßig Links, Fotos, Videos, Musiktipps und hier und da sicher mal ein vollwertiger und ökologisch abbaubarer Text hier erscheinen, wenn die Zeit es zulässt. Vielleicht interessiert es ja irgend jemanden da draußen, wie es sich so lebt hier in New York.

Auch wenn das alles dann vermutlich sowieso keiner liest.

Ein Lebenszeichen.

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Schnee. Viel Schnee.

Während ich das hier auf dem Sofa liegend tippe, tobt sich draußen unser erster Blizzard aus. Inzwischen sind viereinhalb Monate vergangen, seit sich an dieser Stelle das letzte etwas getan hat. Dafür hat sich im echten Leben umso mehr getan – so viel, dass ich trotz bester Vorsätze und mehrerer Anläufe einfach nicht dazu gekommen bin, das hier mal aufzuschreiben.

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Blick von der Upper East Side Richtung Downtown.

Ende August habe ich meine Koffer gepackt und mich in ein Flugzeug Richtung New York gesetzt, um meinen neuen Job anzutreten. Die Spedition war bestellt, ein Nachmieter für die Wohnung gefunden, der gute alte Volvo 850 und alles, was wir sonst noch nicht mitnehmen konnten, war verkauft. Die Plattensammlung – Stichwort Vinyltrottelunterteilt in muss mit und kann hier bleiben. Die Abschiedsfeste waren alle gefeiert – nicht einfach nach 14 Jahren in Münster.

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Lexington Avenue.

Der Auftrag war klar: So schnell wie möglich eine Wohnung finden. Am besten so schnell, dass der Umzugscontainer früh genug auf die Reise gehen kann, so dass er vor dem Rest der Familie ankommt. Dass das in New York weder einfach noch billig ist, war natürlich klar. Dass man ohne Credit History wie ein Aussätziger behandelt wird, allerdings nicht.

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Letztenendes habe ich dann doch recht schnell eine Wohnung in Brooklyn gefunden. Frisch eingezogen, durfte ich mich schon mal damit anfreunden, dass es hier sehr üblich (und dringend angeraten) ist, dass der Kammerjäger regelmäßig vorbeikommt (Details spare ich mir hier mal). Die Hausverwaltung glänzte auch erstmal durch Untätigkeit und musste durch tägliche Anrufe dazu bewegt werden, die versprochenen Reparaturen endlich zu erledigen. Über die Skills der hiesigen Handwerker lasse ich mich vielleicht ein anderes Mal aus. Mich wundert es jedenfalls nicht mehr, dass in diesem Land bei etwas stärkerem Wind direkt reihenweise die Häuser umfallen.

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Alice Russell bei der Arbeit.

Mittlerweile sind die gröbsten Startschwierigkeiten überwunden und man gewöhnt sich erstaunlich schnell an einige Dinge. Die täglichen 45 Minuten in der Ubahn auf dem Weg zur Upper East Side zum Beispiel sind natürlich weniger komfortabel als die 15 Minuten mit dem Fahrrad, die ich früher gebraucht habe. Mittlerweile schätze ich die Zeit aber durchaus zum lesen. Oder diesen Eintrag hier endlich zu Ende zu schreiben. Sehr schnell gewöhnt man sich an das Wetter in New York. Das legendär miese Wetter in Münster hat mir zwar nie was ausgemacht, aber es macht definitiv einen Unterschied, wenn man regelmäßig so viel mehr Sonne abbekommt.

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Thanksgiving parade.

Das Musikhören hat sich auch definitiv geändert. Die tägliche Zeit in der Ubahn ist lang genug, um zwei Alben komplett durchzuhören – etwas, das ich sonst, zum Beispiel bei der Arbeit, eigentlich nie mache. Da kommt eher Musik zum Einsatz, die im Hintergrund vor sich hin dubbt, ohne die Konzentration zu stören. Zum anderen sind durch den Umzug wohl endgültig die Nächte gezählt, die ich mir in irgendwelchen Clubs hinter den Plattenspielern um die Ohren schlage. Ich hätte das vorher so nicht erwartet, aber irgendwie hört man ohne den Gedanken, ob das wohl im Club funktionieren kann, wieder ganz anders Musik.

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Stumptown Coffee. Lässt uns ein bisschen über den Verlust der Roestbar hinweg sehen.

Dass meine Tage als richtiger DJ gezählt sind, heißt natürlich nicht, dass ich nicht hier und da mal wieder einen Mix uns Netz werfe. Meistens braucht es dafür aber einen Anlass – der siebte Geburtstag der Blogrebellen war zum Beispiel so einer. Für die Damen und Herren von der Spree, mit denen ich schon seit langem immer wieder in Kontakt bin, habe ich einen kleinen Geburtstagsmix zusammengeschraubt:

Dass sich auf flashfonic.de so wenig getan hat, liegt unter anderem auch daran, dass ich mit carsten.io dem Trend zum Zweitblog gefolgt bin. Dort geht es allerdings eher um Dinge, die mit meinem Job zu tun haben. Wie es an dieser Stelle weitergeht, weiß ich im Moment noch nicht genau. Sporadisch wird sich hier sicher auch weiterhin etwas tun. Zumindest für einen kommentierten Link hier oder da sollte es schon reichen.

Wir werden sehen.

+ POOL

Das ist einfach mal arschcool. Die Jungs von + POOL wollen einen im Eastriver schwimmenden Pool bauen, der das Flusswasser nutzt und filtert. Ich habe gerade mal ein paar Dollar in das Kickstarter Projekt gesteckt, mit dem die drei einen kleinen Prototyp bauen wollen, um den Filtermechanismus zu testen und weiterzuentwickeln.