Gut gealtert

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Neulich fiel mir beim Kramen im Plattenregal nach langer Zeit mal wieder Demon’s Midnight Funk in die Hände. Nach 15 Jahren immer noch eine tolle Platte, die alles hat, was die Franzosen damals gut konnten. Leider hat er danach nie wieder etwas ähnlich gutes hinbekommen, aber das erste Album ist ja sowieso meist das beste.

Streaming Music Has Left Me Adrift →

The bad news is that we have lost what was once a robust system for identifying kindred spirits. Now that we all share the same record collection, music snobs have no means to recognize one another. We cannot flip through a binder of CDs and see a new friend, a potential date. By making it perfectly easy to find new music, we’ve made it a little more difficult to find new people.

Normalerweise reden alle immer nur darüber, dass die Künstler mit Streaming kaum Geld verdienen, wenn es um Spotify und Co. geht. Die New York Times schaut sich das ganze mal aus der Musiknerd-Perspetive an und meint, dass das alles gar nicht so toll ist, weil man eben nicht mehr mit einem Blick ins Musikregal erkennen kann, ob sich da ein Gleichgesinnter jahrelang in die obskursten Ecken einer Musikrichtung vorgearbeitet hat.

Green-Wood Cemetery

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Direkt bei uns um die Ecke, und trotzdem musste es über ein Jahr dauern, bis wir es zum ersten mal hin schaffen: Der Green-Wood Cemetery. Zugegebenermaßen nicht gerade der erste Punkt auf der Liste der Sehenswürdigkeiten von New York City, aber definitiv einen Besuch wert – vor allem wenn einem nach ein paar Tagen in der Stadt mal nach etwas Ruhe ist.

Wem es etwas komisch vorkommt, sich in seiner Freizeit auf einem Friedhof rumzutreiben, den kann ich beruhigen: Das in der südlichen Hälfte von Brooklyn gelegene Natural Historic Landmark ist eigentlich vor allem ein sehr schön angelegter Park, der außerdem an der nördlichen Ecke einen fantastischen Ausblick über die Bay und nach Manhattan bietet. Und groß ist er: knapp 2 Quadratkilometer oder 600,000 Gräber, in denen auch einige Angehörige der New Yorker Prominenz ruhen.

Definitiv ein Highlight von Brooklyn abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten.

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Ein guter Tag

Gleich zwei richtig, richtig tolle Platten stehen seit heute in den Regalen, wie wir früher™ gesagt haben.

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Zum einen Caribou, der endlich den Nachfolger des großartigen Albums Swim vorstellt – und kein bisschen nachlässt. Our Love knüpft nahtlos an Hymnen wie Sun an und man wundert sich ein bisschen, dass Dan Snaith diese Platte erst zum Ende der Open Air Saison rausbringt.


Eine ganz andere Baustelle beackert Flying Lotus, der auf You’re Dead wie gewohnt mit genial-wahnsinnigem Jazzbeatgeschlacker aufwartet. Nichts für schwache Nerven, aber dafür umso hörenswerter.

Your client couldn’t control a single buttoned CDJ, so he certainly isn’t going to control our bank account. →

Ich habe sehr laut gelacht.

Wien

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Hübsch da.

Berlin Nights →

The people I’d talked to who had been to Berghain—and there were many—conjured ecstatic evenings, Boschian contortions, and a dusky Arcadia that an American hockey dad like me had never even imagined wanting to experience.

Jaja, ich weiß, solche Artikel gibt es wie Sand am Meer und ganz taufrisch ist dieser hier auch nicht mehr. Trotzdem sehr lesenswert, wie der amerikanische Hockey Dad die Spuren von Techno in Berlin erkundet, und das ganze am Ende auch irgendwie verstehen, oder zumindest nachvollziehen kann.

Shigeto – No Better Time Than Now

No Better Time Than Now

Das Problem an Spotify ist ja, dass man ständig neue Musik zu entdecken hat (wie das neue Apex Twin Album zum Beispiel, das hier gerade läuft). Dabei rutschen schon mal ganz großartige Alben durch. Einmal gehört aber irgendwie vergessen, auf Save zu klicken – aus den Augen, aus dem Sinn. Mit No Better Time Than Now von Shigeto, letztes Jahr auf Ghostly International erschienen, ist das irgendwie so passiert. Umso schöner, wenn man solche verlorenen Schätze dann für sich wiederentdeckt Herrlich entspanntes Geschlackert, perfekt für einen sonnigen Freitagmorgen.

Derek Plaslaiko Boiler Room Berlin 12 Hour DJ Set

Ich zitiere mal Thomas, bei dem ich das auf Fatze gefunden habe:

… das wohl charmanteste “boiler-room”-set! [neben 12 h guter musik gibt’s ‘nen krabbelgruppen-riot, ausrastende techno-kids auf dem nachbar-balkon … knapp 9 stunden später kommen auch noch ein paar freunde vorbei (schuhe auziehen bitte!) — so gut wie ohne smartphones und energy-drinks! — nayce!!!

Mister Sunday

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In den Sommermonaten zieht es natürlich auch den New Yorker an sich nach draußen, außer es ist gerade so unerträglich heiß, dass man lieber in klimatisierten Räumen bleibt. Unter anderem bewegt es auch die Musikszene an die frische Luft. Eine sehr angenehme Veranstaltung, um draußen mit den Füßen zu wippen oder ein paar Kaltgetränke einzunehmen ist Mr. Sunday. Die Sommerveranstaltung von Eamon Harkin and Justin Carter bringt ihre Mr. Saturday Night Reihe jeden Sonntag nachmittag nach draußen. Zwischen den Fabrikbauten in Brooklyns Industry City gibt es in extrem entspannter Atmosphäre recht klassischen, aber prima aufgelegten House und Discosound. Die neuesten Musiktrends aus Hipsterburg Williamsburg wird man da nicht hören, dafür ist wirklich jeder willkommen und ein paar Regeln für den Dancefloor (keine Fotos, nicht telefonieren) sorgen für stressfreies Feiern.

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Wie man sieht, könnte die Location wahrscheinlich nicht mehr Brooklyn sein und ist wirklich ziemlich spektakulär. Wer in den nächsten Wochen noch nach New York kommt, kann sich das ganze diesen Sommer noch ansehen – bis Ende September soll es auf jeden Fall noch weitergehen, je nach Wetter vielleicht auch noch ein, zwei Wochen länger. Ansonsten retten einen Mitschnitte wie dieser sicher über den Winter: