Verschlüsselungsregulierung →

Thomas de Maiziere hat sich dazu einen besonders feinen Vergleich ausgedacht, nämlich den von der Haustür, der Alarmanlage und der Polizei. Der Staat fordere seine Bürger natürlich auf, ihre Haustüren zu verschließen und ggf. eine Alarmanlage anzuschaffen, trotzdem behalte er sich aber das Recht vor, unter bestimmten rechtsstaatlichen Vorraussetzungen, in ein Haus einzudringen und es zu durchsuchen. Vergleichen (sic) hinken ja bekanntlich immer, dieser hinkt aber in eine besondere Richtung. Denn anders als der geforderte Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation, findet eine Hausdurchsuchung nur sehr selten im Geheimen statt. Zusätzlich wird Kommunikation ja permanent überwacht, wie wir inzwischen wissen, eine Hausdurchsuchung dagegen ist eine sehr singuläre Maßnahme. Weniger ein Vergleich, mehr ein Schlag ins Gesicht der Öffentlichkeit.

Ein paar gute Gedanken von Nico Brünjes zum Verbot verschlüsselter Kommunikation, nach dem Obama, Cameron, und de Maiziere (mal wieder) rufen. Ein Argument vergisst er leider: Es ist technisch gesehen völliger Unsinn. Man kann immer noch beliebige Information in unverschlüsselten Daten verstecken – und die Gefahr, dass die jemand findet, ist extrem niedrig. Nennt sich Steganographie und wird schon seit der Antike gemacht.

Taylor McFerrin – Early Riser

earlyriser

Tolle, entspannte Platte auf Flying Lotus’ Brainfeeder Label. Das Talent scheint übrigens – ähnlich wie bei Fly Loin der Familie zu liegen.

Bislang mit Sicherheit mein meistgehörtes Album des noch jungen Jahres.

50 for 2014

Das Jahr geht zu Ende. Zeit, Inventur zu machen. Et voilà: Das Musikjahr 2014, zusammengefasst in 50 Stücken. Einige davon fielen mir spontan ein (Banks, Caribou, Jungle, Floating Points), andere habe ich beim Stöbern wiederentdeckt (Throwing Snow, Lone), wieder andere habe ich jetzt erst für mich entdeckt (Flap Jack, Mr. Mitch, Copeland). Enjoy.

Wutbürger der Aufklärung →

Alle 10 Punkte, die Frank Strauss da zu dem unfassbaren PEGIDA-Bullshit aufschreibt, muss man voll und ganz unterschreiben. Mein Favorit:

Ich muss nicht daran erinnern, dass die deutschen sozialen Sicherungssysteme im Jahr 2012 über 22 Milliarden EUR netto durch Einwanderer und deren Nachfahren eingenommen haben – und dass diese Gelder am Ende dem Pöbel von Dresden auch noch die Rente zahlen werden.

Oder, um es mit Jan Böhmermann zu sagen:

Let the needle drop

Tolles Multimedia-Feature über den Shure M44-7.

[via]

Dorian Concept Trio in Session

Joined Ends von Dorian Concept läuft bei mir gerade rauf und runter. Gilles Peterson hat sich den Multiinstrumentalisten, der es mit seinem MicroKorg bis in die Tourcombo von Flying Lotus geschafft hat, für eine Session in seine Worldwide Show auf BBC eingeladen:

Gilles is back in the studio for another Saturday afternoon mix up selection and this week he is joined by Dorian Concept Trio for a live session.

The trio is lead by Viennese-born, multi-instrumentalist and producer Oliver Thomas Johnson, aka Dorian Concept. Having been supported by Gilles back in the Radio 1 days, various tracks from his latest album, Joined Ends, have also been featured on Gilles’ 6 Music show over recent months. This week’s show gives you the chance to hear those tracks in a live setting, with the other two thirds of the trio made up of Cid Rim and The Clonious.

Kann man drüben bei der BBC noch für 4 Wochen anhören.

Daten für Versicherungs-Rabatt – ein schlechtes Geschäft →

Sehr guter Kommentar von Gregor Honsel zu den ersten Krankenkassen, die Versicherten bei gesunder Lebensweise – schön überwacht via Fitness-Tracker, versteht sich – Rabatte anbieten:

Drittens ist eine Versicherung, wie Juli Zeh in der Süddeutschen betont, auch eine Solidargemeinschaft. Ich möchte hinzufügen: Nicht nur mit den anderen Versicherten, sondern auch mit seinem späteren Ich. Wer bei jeder Gelegenheit Sonderkonditionen erheischt, solange es ihm gut geht, muss sich nicht wundern, wenn sich die Daten irgendwann gegen ihn richten, wenn es ihm nicht mehr so gut geht.

Ferguson-Proteste in New York

Gut gealtert

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Neulich fiel mir beim Kramen im Plattenregal nach langer Zeit mal wieder Demon’s Midnight Funk in die Hände. Nach 15 Jahren immer noch eine tolle Platte, die alles hat, was die Franzosen damals gut konnten. Leider hat er danach nie wieder etwas ähnlich gutes hinbekommen, aber das erste Album ist ja sowieso meist das beste.

Streaming Music Has Left Me Adrift →

The bad news is that we have lost what was once a robust system for identifying kindred spirits. Now that we all share the same record collection, music snobs have no means to recognize one another. We cannot flip through a binder of CDs and see a new friend, a potential date. By making it perfectly easy to find new music, we’ve made it a little more difficult to find new people.

Normalerweise reden alle immer nur darüber, dass die Künstler mit Streaming kaum Geld verdienen, wenn es um Spotify und Co. geht. Die New York Times schaut sich das ganze mal aus der Musiknerd-Perspetive an und meint, dass das alles gar nicht so toll ist, weil man eben nicht mehr mit einem Blick ins Musikregal erkennen kann, ob sich da ein Gleichgesinnter jahrelang in die obskursten Ecken einer Musikrichtung vorgearbeitet hat.