Ein Lebenszeichen.

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Schnee. Viel Schnee.

Während ich das hier auf dem Sofa liegend tippe, tobt sich draußen unser erster Blizzard aus. Inzwischen sind viereinhalb Monate vergangen, seit sich an dieser Stelle das letzte etwas getan hat. Dafür hat sich im echten Leben umso mehr getan – so viel, dass ich trotz bester Vorsätze und mehrerer Anläufe einfach nicht dazu gekommen bin, das hier mal aufzuschreiben.

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Blick von der Upper East Side Richtung Downtown.

Ende August habe ich meine Koffer gepackt und mich in ein Flugzeug Richtung New York gesetzt, um meinen neuen Job anzutreten. Die Spedition war bestellt, ein Nachmieter für die Wohnung gefunden, der gute alte Volvo 850 und alles, was wir sonst noch nicht mitnehmen konnten, war verkauft. Die Plattensammlung – Stichwort Vinyltrottelunterteilt in muss mit und kann hier bleiben. Die Abschiedsfeste waren alle gefeiert – nicht einfach nach 14 Jahren in Münster.

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Lexington Avenue.

Der Auftrag war klar: So schnell wie möglich eine Wohnung finden. Am besten so schnell, dass der Umzugscontainer früh genug auf die Reise gehen kann, so dass er vor dem Rest der Familie ankommt. Dass das in New York weder einfach noch billig ist, war natürlich klar. Dass man ohne Credit History wie ein Aussätziger behandelt wird, allerdings nicht.

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Letztenendes habe ich dann doch recht schnell eine Wohnung in Brooklyn gefunden. Frisch eingezogen, durfte ich mich schon mal damit anfreunden, dass es hier sehr üblich (und dringend angeraten) ist, dass der Kammerjäger regelmäßig vorbeikommt (Details spare ich mir hier mal). Die Hausverwaltung glänzte auch erstmal durch Untätigkeit und musste durch tägliche Anrufe dazu bewegt werden, die versprochenen Reparaturen endlich zu erledigen. Über die Skills der hiesigen Handwerker lasse ich mich vielleicht ein anderes Mal aus. Mich wundert es jedenfalls nicht mehr, dass in diesem Land bei etwas stärkerem Wind direkt reihenweise die Häuser umfallen.

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Alice Russell bei der Arbeit.

Mittlerweile sind die gröbsten Startschwierigkeiten überwunden und man gewöhnt sich erstaunlich schnell an einige Dinge. Die täglichen 45 Minuten in der Ubahn auf dem Weg zur Upper East Side zum Beispiel sind natürlich weniger komfortabel als die 15 Minuten mit dem Fahrrad, die ich früher gebraucht habe. Mittlerweile schätze ich die Zeit aber durchaus zum lesen. Oder diesen Eintrag hier endlich zu Ende zu schreiben. Sehr schnell gewöhnt man sich an das Wetter in New York. Das legendär miese Wetter in Münster hat mir zwar nie was ausgemacht, aber es macht definitiv einen Unterschied, wenn man regelmäßig so viel mehr Sonne abbekommt.

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Thanksgiving parade.

Das Musikhören hat sich auch definitiv geändert. Die tägliche Zeit in der Ubahn ist lang genug, um zwei Alben komplett durchzuhören – etwas, das ich sonst, zum Beispiel bei der Arbeit, eigentlich nie mache. Da kommt eher Musik zum Einsatz, die im Hintergrund vor sich hin dubbt, ohne die Konzentration zu stören. Zum anderen sind durch den Umzug wohl endgültig die Nächte gezählt, die ich mir in irgendwelchen Clubs hinter den Plattenspielern um die Ohren schlage. Ich hätte das vorher so nicht erwartet, aber irgendwie hört man ohne den Gedanken, ob das wohl im Club funktionieren kann, wieder ganz anders Musik.

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Stumptown Coffee. Lässt uns ein bisschen über den Verlust der Roestbar hinweg sehen.

Dass meine Tage als richtiger DJ gezählt sind, heißt natürlich nicht, dass ich nicht hier und da mal wieder einen Mix uns Netz werfe. Meistens braucht es dafür aber einen Anlass – der siebte Geburtstag der Blogrebellen war zum Beispiel so einer. Für die Damen und Herren von der Spree, mit denen ich schon seit langem immer wieder in Kontakt bin, habe ich einen kleinen Geburtstagsmix zusammengeschraubt:

Dass sich auf flashfonic.de so wenig getan hat, liegt unter anderem auch daran, dass ich mit carsten.io dem Trend zum Zweitblog gefolgt bin. Dort geht es allerdings eher um Dinge, die mit meinem Job zu tun haben. Wie es an dieser Stelle weitergeht, weiß ich im Moment noch nicht genau. Sporadisch wird sich hier sicher auch weiterhin etwas tun. Zumindest für einen kommentierten Link hier oder da sollte es schon reichen.

Wir werden sehen.

So aber führt Snowden die Regierenden regelrecht vor, treibt sie förmlich vor sich her und macht deutlich, dass eine Versicherung von denen fast genau nichts wert ist. →

ROFLcopter

Toller Text von Ronny. Hatte ich so noch gar nicht gesehen, aber es stimmt: Es ist wahnsinnig clever von Snowden, alles, was er weiß, häppchenweise preiszugeben und damit die Regierungen vor sich her zu treiben, sie zu immer neben Erklärungen und Beschwichtigungen zu zwingen. Und zugeben zu müssen, dass sie letzte Woche gelogen haben.

Was mich am meisten besorgt an dieser ganzen Geschichte, ist allerdings die allgemeine Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit. Mario Sixtus fasste das kürzlich ganz treffend zusammen:

Ach ja, Kartoffeln sind übrigens auch teuerer geworden.

Best of Amazon Produktreviews →

Wer absurde Artikel bei Amazon verkauft, muss mit absurden Reviews rechnen. T.C. Zimmermann schreibt zum Beispiel über seine brandneue Pferdemaske:

By wearing this mask, I was able to get anything and everything I needed. Plenty of hay, lots of time to run and, best of all, I no longer have to wear pants.

Warum Snowden uns eine Warnung sein sollte →

Toller Leitartikel in der Frankfurter Rundschau zu PRISM und Co., der den ganzen Wahnsinn kompakt zusammenfasst und der vor allem die Rolle der Bundesregierung hinterfragt:

Wer da wie Kanzlerin Angela Merkel davon spricht, dass das Internet Neuland für uns alle ist, der will sich nicht behutsam an ein neues Medium herantasten, sondern verschleiern.

Was das Thema als Ganzes angeht, teile ich Felix Schwenzels Meinung:

mich wundert es, warum sich daran nicht gerade 200 journalisten die finger wund dran schreiben.

Immerhin klebt das Thema auf den Startseiten aller wichtigen Online-Medien, aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass da noch viel mehr kommen müsste.

Erbkleptokratie, Hirnimplosionen und Teragagaheit →

Die Welt hatte in der Ausgabe vom Samstag ein Interview mit Marusha, das man mittlerweile auch online nachlesen kann. Und was die Plattendreherin da so von sich gibt, spornt Sascha Lobo zu Höchstleistungen an. Während man einerseits aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauskommt angesichts der hanebüchenen Äußerungen der geborenen Marion Gleiß, krümmt man sich vor lachen bei Wortschöpfungen wie Erbkleptokratie, Hirnimplosionen und Teragagaheit. Denn:

Monty Pythons tödlichster Witz der Welt wurde als Techno-DJane wiedergeboren.

Frisur hin oder her, für solche Artikel muss man Sascha Lobo einfach lieben.

Bezahlen im Netz →

Das ist das Netz, ich will nicht behandelt werden, als würde ich etwas von einem Drücker an der Haustür erwerben. Ich will auch nicht kilometerweise Formulare ausfüllen oder meinen Lebenslauf einreichen. Und ich will nicht nach einer Bezahlfunktion suchen müssen, oder die Bedingungen dazu recherchieren müssen. Ich will ein ehrliches Geschäft machen, nicht wie ein Betrüger behandelt werden. Ihr bekommt womöglich meine Kreditkartendaten, zeigt mir gefälligst, dass ihr dieses Vertrauen würdig seid.

Viele Onlineshops könnten wesentlich mehr Umsatz machen, wenn sie nur auf Nico Bruenjes hören würden.

+ POOL

Das ist einfach mal arschcool. Die Jungs von + POOL wollen einen im Eastriver schwimmenden Pool bauen, der das Flusswasser nutzt und filtert. Ich habe gerade mal ein paar Dollar in das Kickstarter Projekt gesteckt, mit dem die drei einen kleinen Prototyp bauen wollen, um den Filtermechanismus zu testen und weiterzuentwickeln.

Telekom – Netz der Zukunft

Three Felonies a Day

Der CEO einer großen Telekommunikationsfirma verweigert der NSA die Zusammenarbeit und landet wenig später wegen angeblichem Insiderhandel im Knast. Wirtschaftskrimi? Von wegen.

In Zusammenhang mit solchen Geschichten sollte man sich vielleicht (noch mal) das Videointerview mit Edward Snowden ansehen:

Um es mit Jason Kottke zu sagen:

Free society, LOL ROFLcopter.

Herr Professorin →

Beim BILDblog arbeiten sie schön auf, wie die Ente von Herr Professorin sich von Spiegel Online aus in der deutschen (und mittlerweile internationalen) Presselandschaft ausbreitet.

Qualitätsjournalismus my ass.